Ecole St.Anne, die
Patenschule der RS Feuerbach in Maevaetanana in Madagaskar
Vor fast 20 Jahren hat
die Realschule Feuerbach die Patenschaft für eine Schule in Madagaskar
übernommen. Dies geschah im Rahmen eines Aufrufs an die Schulen, sich in
der dritten Welt zu engagieren..
Nur wenige Schüler,
Eltern und auch Lehrer wussten etwas von Madagaskar und so galt es
zunächst, sich Informationen zu beschaffen. Die Schüler engagierten sich,
veranstalteten Flohmärkte, bastelten für den Weihnachtsmarkt.
Der Erlös wurde direkt
an die Schule geschickt, für Hefte und Schreibmaterial, wichtige
Reparaturen der Schulgebäude gebrauchte Computer und mechanische
Nähmaschinen und sogar einmal Fußballtrikots ,die aber damals als
Alltagskleidung getragen wurden, wurden geschickt. Eine Firma hatte sich
damals bereit erklärt, den kostenlosen Transport zu übernehmen.
Die Schule hatte
damals 300 Schüler im Alter zwischen 4 und 12 Jahren. Die Schüler kamen
aus einem Einzugsbereich von bis zu 8 km. Jeden Tag musste diese
Strecke, meistens barfuss, bewältigt werden.
Jeder Schüler hatte
ein Heft, in das er sorgfältig alles schrieb – Bücher oder sonstiges
Unterrichtsmaterial stand nicht zur Verfügung. In nur einer Klasse gab es
damals bis zu 80 Schüler!
Maevaetanana ist eine
kleine Stadt etwa 150 km von der Hauptstadt Antananarivo entfernt. Es wird
behauptet, dass es der heißeste Ort Madagaskars sei. 40 Grad Celsius im
Sommer sind keine Seltenheit und nachts kühlt es bis minimal 30 Grad ab.
Bis vor wenigen Jahren
gab es noch keinen Strom – Wasser musste aus dem Fluss geholt werden.
Inzwischen hat sich
vieles geändert, lässt sich aber mit einem europäischen Lebensstandard in
keiner Weise vergleichen.
Die Schule hat
inzwischen über 1200 Schüler zwischen 3 ½ und 19 Jahren mit 40 Lehrern.
Die Vorschule (Prescolaire)
hat in einer Klassen jeweils bis zu 60 Schüler, die Grundschule (ècole
primaire) 55 Schüler und das Collège, was in etwa unserer Realschule
entspricht, 45.
Die Anforderungen in
der Schule sind sehr hoch. Ca 5 Schüler pro Klasse erreichen das Ziel
nicht. Die Prüfungen, die nach jeder zweiten Klassenstufe stattfinden,
werden zentral für ganz Madagaskar gestellt. Etwa 25% der Schüler fallen
hier durch.
Inzwischen haben die
Kinder Schultaschen und mehrere Hefte. Meistens gibt es sogar Bücher. Aber
sonstiges Unterrichtmaterial ist fast ein Fremdwort. Der Schulweg wird
immer noch zu Fuß zurückgelegt. Die Schüler wünschen sich sehnlichst
Fußbälle, Wörterbücher und natürlich Computer. Für 45 Schüler sind 5
uralte Computer, über 15 Jahre alt, vorhanden und seit 2 Jahren hat die
Schule wenigstens einen Mobil-Telefonanschluss.
Es sei nicht
verschwiegen, dass die Begeisterung für Madagaskar und die Schule im Lauf
der Jahre bei den Feuerbacher Schülern nachgelassen hat. Besuche waren
nicht möglich und sind es auch heute noch nicht. Die Verständigung war
auch sehr schwierig. An der Realschule nehmen nicht alle Schüler am
Französischunterricht teil und auch in Madagaskar spricht man, besonders
auf dem Land, fast ausschließlich Malagasy – auch wenn in vielen Schulen
in Französisch unterrichtet wird und auf allen Klassenstufen sogar
Englisch auf dem Plan steht.
Seit 2 Jahren hat sich
an der RS Feuerbach wieder etwas bewegt: Eine Klasse engagiert sich wieder
besonders für ihre Patenschule. Es wird gesammelt, Flohmärkte veranstaltet
usw. Die Schüler haben sogar einen Brief an die Madagassische Botschaft
geschrieben, um kostenlose Transportmöglichkeiten für Computer, Bälle etc
zu finden. Eine Vertreterin der Botschaft hat die Klasse vor wenigen
Monaten besucht und war sehr beeindruckt von deren Aktivitäten.
Im November trat sogar
in Feuerbach eine madegassiche Musikergruppe auf, unterstützt von der
madegassischen Botschaft in Berlin und dem freien Musikzentrum in
Feuerbach.
Das Klassenprojekt
wird nun in einer AG weitergeführt. Auf den folgenden Seiten finden Sie
weitere Einblicke und Bilder zu unserer Madagaskar-AG.